Kultur

Kaum ein Bereich hat so viele gesellschaftliche Vorreitende sowie Visionärinnen und Visionäre wie der Kulturbetrieb. Neue Erfindungen und Entwicklungen werden positiv aufgenommen, genutzt und weiterentwickelt. Von der Schallplatte über die CD bis zu Musikstreamingdiensten, vom Kino über Fernsehen zu Videostreamingdiensten[1], von der klassischen Spielekonsole zu Virtual Reality und Spielestreamingdiensten: Die Digitalisierung im Kultur- und Kreativbereich ist zukunftsgerichtet und vielfältig. Sie ermöglicht uns eine Verfügbarmachung, Vermittlung und Sicherung unseres kulturellen Erbes und eröffnet uns neue Chancen, Kulturgut ortsungebunden und barrierearm zugänglich zu machen.

Für die digitale Entwicklung im Kulturbereich und die digitale kulturelle Teilhabe fehlt es jedoch oft an der erforderlichen Infrastruktur (Hardware, Software, WLAN, zeitgemäße Onlineauftritte, digitale Barrierefreiheit) als grundlegende Voraussetzung. Daher muss die Basis für eine digitale Entwicklung im Kulturbereich in vielen Fällen erst noch geschaffen werden.

Die Digitalisierung verändert auch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für Kulturschaffende und die Kreativwirtschaft. Neue Ausspielwege, Plattformisierung und Vernetzung erfordern neue Geschäftsmodelle sowie gesetzliche Regelungen (z.B. Streamingdienste, Urheberrecht), um einen fairen Ausgleich der beteiligten Akteurinnen und Akteure zu ermöglichen.

Das Land Berlin unterstützt die Kultur- und Kreativbranche durch Förderprogramme: Die Senatsverwaltung für Kultur und Europa des Landes Berlin stellt einen Fonds zur digitalen Entwicklung im Kulturbereich bereit. So wird z.B. das Förderprogramm zur Digitalisierung von Objekten des kulturellen Erbes seit 2012 jährlich mit 600.000 Euro und ab 2021 mit 720.000 Euro ausgeschrieben.

Mit dem Prozess zur Förderung der digitalen Entwicklung im Kulturbereich wurde ein moderierter Austausch zwischen den Einrichtungen der Landes- und Bezirksebene, der Freien Szene, der Kulturverwaltung sowie weiteren Stakeholdern geschaffen, um den Status quo zu erfassen und die Bedarfe der Beteiligten aufzunehmen. Die Erkenntnisse und Erfahrungen dieses Prozesses sollen in strategische Projekte eingebracht und in eine Förderrichtlinie integriert werden.

Das Pilotprojekt kulturBdigital-Lab wurde in Zusammenarbeit mit der Technologiestiftung Berlin geschaffen, um den Kulturakteurinnen und -akteuren einen Raum zum spartenübergreifenden und nachhaltigen Austausch zu unterschiedlichen Aspekten der digitalen Entwicklung im Kulturbereich zu geben sowie eine stetige Vernetzung zwischen den Akteurinnen und Akteuren zu gewährleisten.

Das „Forschungs- und Kompetenzzentrum Digitalisierung – digiS“ nimmt folgende Aufgaben wahr:

,- Beratung und Koordinierung von Digitalisierungsaktivitäten im Land Berlin mit besonderem Fokus auf Kulturerbeeinrichtungen
,- Entwicklung und Realisierung von Infrastruktur und Servicekomponenten zur Sicherung der digitalen Langzeitverfügbarkeit des kulturellen Erbes von Berlin
,- Beratung und IT-technische Unterstützung von Partnerinnen und Partnern (z.B. Deutsche Digitale Bibliothek)
,- Workshops und Veranstaltungen zur Fortbildung und Vernetzung von Kulturerbeeinrichtungen


Stärken

  • Prozess zur Förderung der digitalen Entwicklung im Kulturbereich mit moderiertem Austausch zwischen den Einrichtungen der Landes- und Bezirksebene, der Freien Szene, der Kulturverwaltung sowie weiteren Stakeholdern, um den Status quo und Bedarfe zu klären; Erkenntnisse und Erfahrungen sollen in strategische Projekte eingebracht werden, bevor eine Förderrichtlinie formuliert wird
  • kulturBdigital-Lab in Zusammenarbeit mit der Technologiestiftung Berlin (TSB) als Pilotprojekt, um den Kulturakteurinnen und -akteuren einen Raum zum spartenübergreifenden und nachhaltigen Austausch zu unterschiedlichen Aspekten der digitalen Entwicklung im Kulturbereich zu geben sowie eine stetige Vernetzung zwischen den Akteurinnen und Akteuren zu gewährleisten
  • „Forschungs- und Kompetenzzentrum Digitalisierung – digiS“ zur Beratung, Koordinierung und Realisierung von Digitalisierungsaktivitäten bezüglich Kulturerbeeinrichtungen


Handlungsbedarfe

  • Erforderliche Infrastruktur (Hardware, Software, WLAN, zeitgemäße Onlineauftritte, digitale Barrierefreiheit, technische Ausstattung zur Informationsvermittlung zu Ausstellungsobjekten) als grundlegende Voraussetzung für die digitale Entwicklung im Kulturbereich und die digitale kulturelle Teilhabe
  • Kultur und Kunst als Impulsgeberinnen für gesellschaftliche und politische Reflexionen über die Digitalisierung: Nutzung dieses Potenzials im Rahmen der zukünftigen Digitalisierungspolitik des Landes Berlin