Wissenschaft und Forschung

Die digitale Transformation stellt die grundlegenden Annahmen über unser gesellschaftliches Zusammenleben infrage. Daher muss sich auch der Wissenschafts- und Forschungsbereich mit der digitalen Transformation auseinandersetzen. Die Digitalisierung betrifft alle Bereiche des täglichen Lebens und überschreitet disziplinäre Grenzen sowie etablierte Fachgebiete auf neue und unvorhersehbare Weise. Daher müssen sich Wissenschaft und Forschung stärker übergreifenden Themenfeldern widmen, sich weniger stark nach dem Vorbild traditioneller Wissenschaftsdisziplinen organisieren und das wissenschaftliche Arbeiten in Silos aufbrechen.

Für die wissenschaftspolitische Sicht auf die Digitalisierung ist entscheidend, rechtzeitig Trends zu erkennen und gezielt Entwicklungen auf globaler, EU- und/oder Bundesebene aufzugreifen. In Wissenschaft und Forschung ist eine Fülle von neuen, komplexen Analyseverfahren, Methoden und aufwendigen Simulationstechniken entwickelt worden. Damit einhergehend steigt die Datenmenge in allen Forschungsgebieten exponentiell an. Deren Analyse erfordert stetig wachsende Rechenkapazität. Parallel dazu bedarf es entsprechender Codeentwicklung, um die Hardware effizient und optimal nutzen zu können, sowie IT-Spezialistinnen und -Spezialisten mit besonderer Kompetenz im wissenschaftlichen Rechnen.

Ein kontinuierlicher Fortschritt in Forschung und Gesellschaft kann nur durch neue wissenschaftliche Erkenntnisse und Innovationen erreicht werden. Dazu bedarf es künftig einer systematischen Erschließung und Verfügbarmachung aller Forschungsdatenbestände durch den Aufbau digitaler, regional verteilter und vernetzter Wissensspeicher.

Um die Wissenschaft und Forschung in Berlin in Fragen der Digitalisierung weiter zu stärken, bedarf es einer stärkeren Fokussierung auf übergreifende Themenfelder (statt traditioneller Wissenschaftsdisziplinen) und interdisziplinäre Zusammenarbeit, um die Chancen der digitalen Transformation besser nutzen zu können. Zudem müssen Potenziale, die in den Daten und dem Wissen der Berliner Wissenschafts- und Forschungslandschaft stecken, mithilfe von digitaler Vernetzung und Steuerung besser ausgeschöpft werden. Im Bereich der Hochschulausbildung bedarf es einer Intensivierung bei der Aus- und Fortbildung von IT-Fachkräften. Zudem können mit der Ausarbeitung von Strategiedokumenten zu Zukunftstechnologien, wie z.B. künstlicher Intelligenz, Schwerpunkte gesetzt werden, um gezielt Stärken auszubauen und Potenziale zu heben.


Stärken

  • Open-Access-Strategie des Landes Berlin / Open-Access-Beauftragte der Berliner Hochschulen
  • Digitale Agenda des Regierenden Bürgermeisters
  • Einstein-Zentrum Digitale Zukunft (ECDF)
  • KI-Kompetenzzentren (Berlin Big Data Center (BBDC) und Berlin Zentrum für Maschinelles Lernen (BZML)) an der TU Berlin sowie deren Nachfolger-Institut, das Berlin Institute for the Foundations of Learning and Data (BIFOLD)
  • Weizenbaum.Institut für die vernetzte Gesellschaft (sogenanntes Deutsches Internet-Institut)
  • Innovationsstrategie Berlin-Brandenburg (als gemeinsame Strategie der Wirtschafts- und Wissenschaftsressorts sowie beim Cluster Gesundheit der Gesundheitsressorts)
  • Service-/Infrastrukturen der Berliner Hochschulen (Bibliotheken, Computer- und Medien-Services)
  • Beteiligung beim Aufbau des Nationalen Hochleistungsrechnens (NHR), NHR-Zentrum am Zuse-Institut Berlin (ZIB)
  • Beteiligung beim Aufbau der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI), Konsortium in der Mathematik mit Einbindung von TU, HU, FU, ZIB und Weierstraß-Institut für Angewandte Analysis und Stochastik (WIAS)
  • Berliner Programm zur Förderung der Chancengleichheit für Frauen in Forschung und Lehre (BCP), insbesondere in Informatik sowie IT-nahen Wissenschaftsbereichen
  • Verbundprogramm DiGiTal zur Förderung exzellenter Nachwuchswissenschaftlerinnen im Bereich Digitalisierung


Handlungsbedarfe

  • Entwicklung einer Strategie für künstliche Intelligenz
  • Weiterentwicklung der Open-Access-Strategie in Richtung einer Open-Science-Strategie
  • Stärkere Fokussierung von Wissenschaft und Forschung auf übergreifende Themenfelder (statt traditioneller Wissenschaftsdisziplinen), interdisziplinäre Zusammenarbeit, um die Chancen der digitalen Transformation besser nutzen zu können
  • Heben des Potenzials von Wissen/Daten, das in Wissenschaft und Forschung entsteht
  • Intensivierung der IT-Aus- und Fortbildung, schnelle Anpassung an Bedarfe